A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  P  R  S  W   
A back
  Aufwendungen
    Werteverzehr von Gütern und Dienstleistungen einer Periode. (negative Erfolgskomponente, Verminderung des Nettovermögens des Unternehmens). Aufwendungen werden in der Finanzbuchhaltungen erfaßt, wobei ihr Ansatz durch gesetzliche Bestimmungen (handels- und steuerrechtlich) geregelt ist. Aufwendungen sind nicht mit Ausgaben identisch. So führen bestimmte Aufwendungen nicht zu Ausgaben (z.B. Abschreibungen) und umgekehrt.Die positive Erfolgskomponente, die Wertentstehung wird als Ertrag bezeichnet.


Ausgaben
    Verminderung des Geldvermögens des Unternehmens. Sie errechnen sich durch: Auszahlungen + Abgang von Forderungen ./. Zugang von Verbindlichkeiten. Ein Beispiel für eine Ausgabe, die keine Auszahlung darstellt, ist der Wareneinkauf auf Ziel.


Auszahlungen
    Abgang von liquiden Mitteln, d.h. von Kassenbeständen und jederzeit verfügbaren Bankguthaben (im Gegensatz zur Einzahlung). Durch eine Auszahlung vermindert sich der Zahlungsmittelbestand der Unternehmung. Beispiele für Auszahlungen sind der Barkauf von Hilfsstoffen, die Überweisung von Löhnen und Gehältern auf die Bankkonten der Mitarbeiter oder Barentnahmen für private Zwecke.


 
B back
  Beteiligungsprüfung
    Als Beteiligungsprüfung wird die Bewertung von kapitalsuchenden Unternehmen durch Beteiligungsgesellschaften bezeichnet. Die Bewertung verläuft i. d. R. wie folgt

    1. Grobanalyse: Bewertung der Unternehmen anhand der eingereichten Unterlagen (z.B. Business Plan). Ein großer Anteil der Unternehmen wird bereits in diesem Stadium abgelehnt, weil z.B. das Geschäftsfeld nicht der Anlagestrategie der Beteiligungsgesellschaft entspricht oder weil die Chancen des Unternehmens zu gering sind
    2. Feinanalyse: Detaillierte Bewertung sämtlicher Aspekte des Unternehmens, seiner Produkte, Märkte und Mitarbeiter. Die Feinanalyse ist sehr aufwendig, vielfach werden externe Gutachter zur Bewertung z.B. der technischen Machbarkeit einbezogen. Es werden intensive Gespräche mit dem Unternehmen und Besichtigungen vor Ort durchgeführt. Hierbei ist auch die konstruktive Mitarbeit des Unternehmens wichtig.


    Nach einer positiv verlaufenden Beteiligungsprüfung und einer Einigung über die Konditionen kann der Beteiligungsvertrag abgeschlossen werden.


Bilanz
    Vollständige Aufstellung des Vermögens des Unternehmens. Auf der Sollseite (Aktiva) werden Anlage-, Umlaufvermögen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten, auf der Habenseite (Passiva) das Eigen-, Fremdkapital und passive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Gem. § 242 3 HGB bildet die Bilanz zusammen mit der Gewinn- und Verlustrechnung den Jahresabschluß, den ein Kaufmann gem. § 242 1 HGB aufzustellen hat. Bei Kapitalgesellschaften ist dieser um einen Anhang zu ergänzen. Die Gliederungsstruktur der Bilanz ist für Kapitalgesellschaften in § 266 HGB vorgeschrieben. Aktiva und Passiva einer Bilanz müssen immer wertgleich sein (Bilanzsumme der Aktiva = Bilanzsumme der Passiva). Dies wird dadurch ermöglicht, daß ein eventueller Differenzbetrag, der Jahresüberschuß bzw. -fehlbetrag, mit dem Eigenkapital verrechnet wird. Die Bilanz kann auch so interpretiert werden, daß die Passivseite aufzeigt, woher die Mittel kommen (Mittelherkunft) und die Aktivseite, wie diese Mittel verwendet wurden (Mittelverwendung). Die Plan-Bilanz stellt die geplante, zukünftige bilanzielle Stituation des Unternehmens dar.


Break-Even-Analyse
    Auch Gewinnschwellenanalyse genannt. Sie dient zur Ermittlung derjenigen Absatzmenge führt, bei der die Kosten einer Periode durch die Erlöse gerade gedeckt werden. Diese Absatzmenge wird als Break-Even-Punkt (auch kritische Menge oder Gewinnschwelle) bezeichnet. Der Break-Even-Point errechnet sich dann nach der Formel m=Kf/(p-Kv), wobei m die Ausbringungsmenge, Kfdie gesamten fixen Kosten, p den Preis pro Stück und Kvdie variablen (proportionalen) Kosten pro Stück darstellen.


 
C back
  Cash flow
    Der Cash-flow ist der finanzwirtschaftliche Überschuß eines Unternehmens in einer Periode, d.h. der Mittelrückfluß aus dem Umsatzprozeß, der nicht in Kürze zu Auszahlungen führt. Der Cash-flow ist eine Maßgröße zur Beurteilung der Innenfinanzierungskraft einer Unternehmung. Die einfachste Möglichkeit, den Cash-flow zu ermitteln ist:



    Gewinn + Abschreibungen ./. Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen = Brutto-Cash-flow
    Brutto-Cash-flow ./. anstehende Gewinnsteuerzahlungen ./. anstehende Gewinnausschüttungen = Netto-Cash-flow

    Diese einfache Methodik ist jedoch nur eine Näherung des Innenfinanzierungspotentials.
 
D back
  Deckungsbeitrag
    Ergebnis der Deckungsbeitragsrechnung. Der Deckungsbeitrag eines Produktes oder eines Auftrages ergibt sich als Differenz von Erlös und variablen Kosten. Der Deckungsbeitrag einer einzigen Produkteinheit (Stückdeckungsbeitrag) errechnet sich aus der Differenz zwischen Stückpreis und variablen Stückkosten. Die Summe der Stückdeckungsbeiträge einer Produktart wird als Gesamtdeckungsbeitrag der Produktart bezeichnet. Der Deckungsbeitrag ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für kurzfristige Entscheidungsprobleme (z.B. Ermittlung kurzfristiger Preisuntergrenzen, Eigenfertigung oder Fremdbezug, Bestimmung des optimalen Produktionsprogramms).


Diversifikationsmöglichkeiten
    Die Diversifikation ist eine Strategie zur Erweiterung des Geschäftsfeldes von Unternehmen. Sie bezieht sich stets auf neue Produkte und neue Märkte. Es kann in eine horizontale, vertikale und in eine laterale Form unterschieden werden.

    Horizontal bedeutet, daß eine neue Produktgruppe in der selben Produktionssstufe aufgenommen wird, das mit den bisherigen Produkten sachlich verwandt ist (z.B. Brauerei kauft Hersteller von Erfrischungsgetränken). Die vertikale Diversifikation bezieht sich auf vor- bzw. nachgelagerte Produktionsstufen. So kann eine Brauerei beispielsweise vorwärts diversifizieren durch den Kauf bzw. Bau eigener Gaststätten und rückwärts diversifizieren durch den Anbau eigenen Getreides. Bei der lateralen Diversifikation werden Produkte aufgenommen, die zu den bisherigen Produkten keinen oder nur einen sehr geringen Bezug aufweisen (z.B. ein Fahrradproduzent kauft einen Lebensmittelhandel). Eine Diversifikation allein um ein Unternehmenswachstum zu erzielen, ist ohne ausnutzbare Synergieeffekte wenig sinnvoll, so daß für eine laterale Diversifikation nach heutigen Erkenntnissen (Lean Production) wenig spricht.


 
E back
Eigenkapital
    Eigenkapital wird einer Unternehmung von ihren Eigentümern i.d.R. ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung gestellt. Es kann von außen zugeführt werden (Beteiligungsfinanzierung), oder innerhalb des Unternehmens durch den betrieblichen Wertschöpfungsprozeß (Innenfinanzierung, Selbstfinanzierung) gebildet werden. Es unterscheidet sich vom Fremdkapital dadurch, daß den Eigenkapitalgebern nur ergebnisabhängige Zahlungsansprüche zustehen. Auftretende Verluste einer Unternehmung werden mit dem Eigenkapital verrechnet. Gegenüber den Gläubigern des Unternehmens übernimmt das Eigenkapital im Falle der Insolvenz eine Haftungsfunktion, da das Eigenkapital grundsätzlich erst nach Befriedigung aller anderen Ansprüche zurückbezahlt werden darf. Das bilanzielle Eigenkapital ergibt sich aus dem Saldo von bilanziellem Vermögen und bilanziellen Schulden. Da das bilanzielle Eigenkapital von der Bewertung der übrigen Bilanzpositionen abhängt, kann es durch die Bildung stiller Reserven von dem "wirklichen" Vermögenswert der Eigentümer stark abweichen. Der Ausweis des bilanziellen Eigenkapitals ist von der Rechtsform abhängig. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmungen gibt es keine gesetzlichen Regelungen über den Ausweis des Eigenkapitals. In der Praxis hat sich die Führung eines variablen (Eigen-)Kapitalkontos durchgesetzt. Auf dieses werden sowohl Gewinne und Verluste als auch Einlagen und Entnahmen direkt gebucht. Kapitalgesellschaften weisen neben dem variablen auch ein nominell fest vorgegebenes Kapitalkonto aus, das sich nur bei Kapitalerhöhungen oder Kapitalherabsetzungen ändert (Gezeichnetes Kapital). Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wird das Eigenkapital als Stammkapital, bei Aktiengesellschaften als Grundkapital bezeichnet. In die Kapitalrücklagen (Rücklagen) sind die Zahlungen einzustellen, die die Anteilseigner über den Betrag des gezeichneten Kapitals hinaus leisten (Agio, Zuzahlungen). Die Gewinnrücklagen werden durch Beträge erhöht (vermindert), die in diese zu Lasten (zu Gunsten) des Jahresüberschusses eingestellt (entnommen) werden (Rücklagen). Der Ausweis des Eigenkapitals im Jahresabschluß von Kapitalgesellschaften ist in § 266 III HGB geregelt.


Einnahmen
    Erhöhung des Geldvermögens des Unternehmens. Sie errechnen sich durch: Einzahlungen + Zugang von Forderungen ./. Zugang von Verbindlichkeiten. Ein Beispiel für eine Einnahme, die keine Auszahlung darstellt, ist der Verkauf von Waren auf Ziel.


Einzahlungen
    Zugang von liquiden Mitteln, d.h. von Kassenbeständen und jederzeit verfügbaren Bankguthaben (im Gegensatz zur Auszahlung). Durch eine Einzahlung erhöht sich der Zahlungsmittelbestand der Unternehmung. Beispiele für Einzahlungen sind der Barverkauf von Produkten oder die Aufnahme eines Kredites.


Erträge
    Erträge sind im Gegensatz zu Aufwendungen, die bewertete Güterentstehung einer Periode, d.h. die Erhöhung des Nettovermögens des Unternehmens (positive Erfolgskomponente des Jahresabschlusses). Der Ansatz von Erträgen muß sich an gesetzlichen Regelungen (handels- und steuerrechtlich) orientieren. Erträge sind nicht unbedingt identisch mit Einnahmen oder Einzahlungen.


 
F back
Fertigungstiefe
    Prozentuale Maßzahl, wie viele Bestandteile eines Produktes in Eigenfertigung im Gegensatz zum Fremdbezug hergestellt wurden. Bei einer Fertigungstiefe von 30 % wurden also 70 % der Teile zugekauft. Die Fertigungstiefe ist auch Ausdruck des Ausmaßes der vertikalen Diversifikation. Ausgehend von der Erkenntnissen erfolgreicher japanischer Unternehmen wird in der Betriebswirtschaft seit Anfang der 90er Jahren zunehmend eine geringe Fertigungstiefe empfohlen.


Finanzierungsbedarf


Fremdkapital
    Finanzmittel, die Unternehmung für eine bestimmte, begrenzte Zeit überlassenen gegen Bezahlung von Zinsen überlassen werden. Im Gegensatz zum Eigenkapital befindet sich das Unternehmer gegenüber dem Kapitalgeber in einer Gläubigerposition. Unternehmen müssen für Kredite Sicherheiten stellen. Ein Problem der Fremdfinanzierung für junge Unternehmen ist, das die Liquidität durch den Kapitaldienst (lfd. Zins- und Tilgungszahlungen) belastet wird). Im Jahresabschluß ist das Fremdkapital die Summe der auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesenen Kapitalpositionen, die vom Unternehmen in Form von kurz-, mittel- oder langfristigen Krediten aufgenommen wurden. Fremdkapital dient wie Eigenkapital der Finanzierung von Investitionen einer Unternehmung. Im Gegensatz zu den Eigenkapitalgebern, die nur ergebnisabhängige Auszahlungsansprüche besitzen, haben Fremdkapitalgeber feste Zahlungsansprüche in Form von Zins- und Tilgungszahlungen. Die Relationen Eigen- zu Fremdkapital und Fremd- (bzw. Eigenkapital) zu Anlagevermögen (Anlagendeckungsgrad) werden von externen Kapitalgebern häufig als wichtige Indikatoren für die Bonität einer Unternehmung herangezogen (Bilanzanalyse, Finanzanalyse).


 
G back
GuV
    Gewinn- und Verlust-Rechung. Periodische Erfolgsrechnung des externen Rechnungswesens, die in systematischer Form die Aufwendungen und Erträge einer Periode gegenüberstellt (Income Statement). Die GuV ist Bestandteil des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und ermittelt durch Saldierung der Erträge und Aufwendungen einer Periode den Jahresüberschuß als Periodenerfolg. Der in der GuV ermittelte Jahresüberschuß bildet die Grundlage für Gewinnverwendungsentscheidungen.


 
H back
Handelsspanne
    Differenz zwischen Verkaufspreis und dem Einkaufs- bzw. Einstandspreis eines Handelsbetriebs, die das Entgelt für die vom Handel erbrachte Leistung darstellt. Kalkulatorisch setzt sich die Handelsspanne zum einen aus den Handelskosten und zum anderen aus dem angestrebten Gewinn zusammen. Die Handelsspanne kann absolut (absolute Spanne, Betragspanne) oder relativ (relative Spanne, Prozentspanne) ausgedrückt werden. Wird der Verkaufspreis auf der Basis des Einstandspreises ermittelt, handelt es sich um eine progressive Zuschlagskalkulation. Möglich ist dabei auch eine nach Warengruppen differenzierte Vorgehensweise. Entwickelt sich der Verkaufspreis am Markt, ist eine retrograde Betrachtung durchzuführen. In diesem Fall ist zu beurteilen, ob die Handelsspanne eine Deckung der Handelskosten und des angestrebten Gewinns ermöglicht. Hieraus ergeben sich dementsprechend Konsequenzen für die Beschaffungspolitik und Sortimentspolitik des Handelsbetriebs.


 
I back
Innovation
    Entwicklung und Vermarktung eines neuen Produktes (Produktinnovation), Entwicklung eines neuen Produktionsverfahren (Prozeßinnovation) oder neuartiger Organisationsformen. Dabei werden Weltneuheiten und Betriebsneuheiten unterschieden. Bei letzteren existiert ein ähnliches Produkt zwar schon auf dem Markt, für das Unternehmen stellt es jedoch eine Neuheit dar. Innovationen können die Bedürfnisse der Kunden besser befriedigen als die bisher angebotenen Problemlösungen. Dennoch stellt die Vermarktung von Innovationen hohe Anforderungen an das innovierende Unternehmen und birgt hohe Risiken.


 
J back
Jahresabschluß
    Instrument des externen Rechnungswesens. Gem. §§ 242 ff. HGB besteht für Kaufleute (Kaufmann) die Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses. Der handelsrechtliche Jahresabschluß umfaßt gem. § 242 HGB eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Für Kapitalgesellschaften besteht gem. § 264 I HGB zusätzlich die Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts. Bei Konzernen ist ein Konzernabschluß aufzustellen. Der Jahresabschluß ist von Kapitalgesellschaften grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Ende des Geschäftsjahres aufzustellen. Dabei sind die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zu berücksichtigen. Nach § 264 II HGB ist der Hauptzweck des handelsrechtlichen Jahresabschlusses, "ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln". Daneben übernimmt der Jahresabschluß noch weitere Funktionen (Jahresabschlußfunktionen).


Jahresfehlbetrag
    Maßgröße des Erfolgs in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung. Übersteigen die Aufwendung die Erträge eines Geschäftsjahres, ergibt sich ein Jahresfehlbetrag (negatives Ergebnis). Das positive Ergebnis wird als Jahresüberschuß bezeichnet.


Jahresüberschuß
    Maßgröße des Erfolgs in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung. Übersteigen die Erträge die Aufwendungen eines Geschäftsjahres, ergibt sich ein Jahresüberschuß. (positives Ergebnis). Das negatives Ergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.


 
K back
Kalkulation
    Hauptgegenstand der Kalkulation ist die Ermittlung von Herstellkosten und Selbstkosten einzelner Leistungseinheiten (z.B. Produkte, Aufträge). Diese dienen als Grundlage für die Bestimmung von Angebotspreisen. Zur Ermittlung der Selbstkosten ist es notwendig, die im Rahmen der Kostenartenrechnung und Kostenstellenrechnung ermittelten Kosten den entsprechenden Leistungseinheiten anhand geeigneter Kalkulationsverfahren zuzurechnen. Die Kalkulation kann auf Basis von Istkosten, Normal- oder Plankosten durchgeführt werden. Wird die Kalkulation als Planungsrechnung durchgeführt, wird sie als Vorkalkulation bezeichnet. Die Vorkalkulation dient primär der vorausschauenden Beurteilung der Kosten von Produkten oder Aufträgen sowie der Ermittlung von Angebotspreisen. Als Nachkalkulation wird die Durchführung der Kalkulation nach Abschluß der Leistungserstellung oder am Ende einer bestimmten Periode bezeichnet. Die dabei ermittelten Selbstkosten werden den geplanten Selbstkosten gegenübergestellt. In dieser Form wird die Kalkulation eine Kontrollrechnung, die der Kontrolle der Wirtschaftlichkeit dient. Zwischenkalkulationen werden bei Kostenträgern mit langer Produktionsdauer zum Zwecke einer laufenden Kostenkontrolle durchgeführt. Ein weiterer Zweck der Kalkulation neben der Bestimmung von Angebotspreisen ist die Ermittlung von Preisgrenzen (Preisuntergrenzen für den Absatz bzw. Preisobergrenzen für die Beschaffung). Zusätzlich liefert sie Informationen zur Festlegung von Verrechnungspreisen im Rahmen der internen Leistungsrechnung und für die Bewertung der Bestände an Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten im Jahresabschluß.


Kapitalbedarf
    Summe aller finanziellen Mittel, die zur Realisierung der betrieblichen Ziele benötigt wird. Der Kapitalbedarf im Betrachtungszeitraum ergibt sich als:

    Auszahlungen ./.Einzahlungen ./. Zahlungsmittelanfangsbestand


Konkurrenten
    Anbieter auf in einem bestimmten Markt. Der Bestimmung der Konkurrenten sollte große Aufmerksamkeit gewidmet werden. So zählen zu den Konkurrenten z.B.
    • Unternehmen, die die gleichen Produkte anbieten
    • Unternehmen, die mit anderen Produkten die gleichen oder ähnliche Probleme der Kunden lösen (siehe auch Substitutionskonkurrenz)

    Bei der Bestimmung der Konkurrenten sollten auch die potentiellen Konkurrenten berücksichtigt werden. Das sind solche Unternehmen, mit denen man heute zwar noch nicht im Wettbewerb steht, die aber künftig zu direkten Konkurrenten werden könnten, z.B. durch eine Diversifikation.


Kundennutzen
    Gebrauchswert von Produkten, z.B. Qualität, Funktionstüchtigkeit, Verkehrssicherheit, Robustheit, Haltbarkeit, Dauerhaftigkeit, Integrierbarkeit und Lebensdauer sein. Auch emotionale Faktoren, wie z.B. Image oder Design können einen Nutzen stiften. Der Kundennutzen wird von jedem Kunden (Unternehmen oder Privatperson) nach subjektiven, d.h. individuell festgelegten Kriterien bewertet. Ein objektiver Kundennutzen existiert deshalb nicht. Jeder Kunde entscheidet selbst, welchen Nutzen ein Produkt für ihn stiftet. Deshalb müssen Unternehmen diese individuellen Bewertungs- und Kaufentscheidungskriterien ihrer Kunden kennen und ihr Angebot entsprechend gestalten.


 
L back
Lageraufbau
    Gesamtheit und Ort der Vorratshaltung einer Unternehmung. Vorräte sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, halbfertige und fertige Erzeugnisse (Produktionsfaktoren). Als Nebenaufgaben eines Lagers lassen sich Entgegennahme und Abgabe der Lagergüter, die Erfassung und Verbuchung der jeweiligen Bestände sowie die Kontrolle der gelagerten Gegenstände nennen. Die wesentliche Bedeutung eines Lagers liegt in der Pufferfunktion. Es dient als Puffer zwischen Beschaffung und Produktion (Eingangslager), zwischen einzelnen Fertigungsstufen der Produktion (Zwischenlager) und zwischen Produktion und Absatz (Ausgangslager). Unterschiede zwischen Beschaffung und Bedarf können ausgeglichen werden (Ausgleichsfunktion). Da gelagerte Güter Kapital binden, wird ein möglichst geringer Lagerbestand angestrebt (Bestellmenge, optimale). Eine Sicherheitsfunktion übernimmt das Lager dergestalt, daß bei Lieferverzögerungen ein Produktionsstillstand vermieden wird. Werden steigende Preise erwartet und das Lager zu noch niedrigen Preisen aufgefüllt, so entsteht ein Pufferbestand aufgrund der Preisänderungserwartungen.


Lebenszyklusphase


Liquidität
    Zahlungsfähigkeit von Personen oder Unternehmungen, d.h. die Fähigkeit, alle Zahlungsverpflichtungen termingenau begleichen zu können (im Gegensatz zur Illiquidität, die einen Insolvenzgrund darstellt). Die Sicherstellung der Liquidität ist eine zentrale Aufgabe des Finanzmanagements. Ohne ausreichende Liquidität ist die Handlungsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigt und der Bestand gefährdet.


 
M back
Markt
    Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Der Markt kann sich auf eine bestimmte Gütergruppe beziehen. Für Unternehmen ist es wichtig, innerhalb des Gesamtmarktes das zu bearbeitende Marktsegment zu bestimmen.


Marktanalyse
    Beschaffung und Verarbeitung von Informationen über die Märkte des Unternehmens. Marktforschung kann sich sowohl auf die Beschaffungsmärkte (Beschaffungsmarktforschung) als auch auf die Absatzmärkte (Absatzmarktforschung) beziehen. Hinsichtlich der Herkunft der Informationen wird unterschieden:

    • Sekundärforschung: Auswertung bereits vorhandener Informationen, z.B. amtliche Statistiken, Veröffentlichungen von Verbänden, Publikationen, bereits existierende Marktstudien
    • Primärforschung: Eigene Datenenerhebung, z.B. durch eine Befragung.


Marktanteil
    Eigener Anteil (Umsatz, Absatz) am Gesamtmarkt, d.h. am Marktvolumen.


Markteintrittsbarrieren
    Faktoren, die den Markteintritt von Unternehmen erschweren oder hemmen. Diese können sowohl auf Rahmenbedingungen wie z.B. rechtlichen Restriktionen als auch auf marktlichen oder betrieblichen Gegebenheiten beruhen. So haben eingesessene Unternehmen häufig einen besseren Zugang zu benötigten Ressourcen (Rohstoffe, Arbeitskräfte, Kapital) oder verfügen über einen Know-how-Vorsprung in der Produktion, in der Forschung & Entwicklung oder im Marketing. Newcomer müssen qualifiziertes Personal häufig über besondere finanzielle Anreize beschaffen. Besitzen etablierte Anbieter neue Produktionsverfahren, die durch Patente geschützt sind, müssen in den Markt eintretende Unternehmen veraltete Verfahren einsetzen, die meist mit höheren Kosten verbunden sind. Ein wesentliches Hindernis ist für Newcomer auch in der möglichen Realisierung von Skaleneffekten (Economies of Scale) bei etablierten Anbietern zu sehen, die aufgrund des höheren Marktanteils sowohl Kostenvorteile bei der Beschaffung von Inputfaktoren als auch bei der Produktion und im Vertrieb erzielen können. Um auf vergleichbare Marktanteile zu kommen, bedarf es für Marktneueinsteiger zunächst eines hohen Aufwandes für Marketinganstrengungen.


Marktgröße


Marktpotential
    Im Gegensatz zum Marktvolumen, das die tatsächliche Marktgröße beschreibt, bezeichnet das Marktpotential den Absatz oder Umsatz, der innerhalb eines Jahres in einem Markt von allen Unternehmen getätigt würde, wenn tatsächlich alle in Frage kommenden Kunden kaufen würden.


Marktsegment
    Teil des Gesamtmarktes. Ein Marktsegment zeichnet sich gegenüber dem Gesamtmarkt durch einheitlichere Kundenbedürfnisse aus. Beispiel: Der Gesamtmarkt ist der Automobilmarkt. Ein Marktsegment könnte sich aus den Kunden zusammensetzen, die mit dem Wohnwagen in Urlaub fahren. Diese haben spezifische Anforderungen an einen PKW, z.B. hohe Zugkraft und Zuladung. Unternehmen sollten die Marktsegmente, die sie bearbeiten wollen, präzise definieren. Nur so ist es möglich, Produkte zu entwickeln und anzubieten, die den Kundenbedürfnissen optimal entsprechen.


Marktstudie


Marktvolumen
    Die tatsächliche Absatzmenge bzw. der Umsatz einer Branche in einem Markt in einer Periode. Zusammen mit der Betrachtung des Marktpotentials läßt sich der Marktsättigungsgrad errechnen und daraus evtl. gegebene Wachstumschancen ableiten.


 
P back
Patent
    Schutzrecht auf eine technische Erfindung, so daß dessen Inhaber das alleinige Nutzungsrecht für die Erfindung besitzt. Patentschutz erteilt in der Bundesrepublik Deutschland auf Antrag (Patentanmeldung) und gegen Gebühren das Deutsche Patentamt, für das Gebiet Europas das Europäische Patentamt (beide mit Sitz in München). Patente lassen sich für längstens 20 Jahre schützen und können auch gegen eine Lizenz an Dritte vergeben werden. Patente werden in der Buchführung als immaterielles Anlagevermögen geführt. Patente werden im Patentblatt bekanntgemacht und in die Patentrolle eingetragen. Voraussetzung einer Eintragung ist nach Patentgesetz vom 02.01.1968 eine soziologische und technische Brauchbarkeit mit den Kriterien der objektiven Ausführbarkeit, Wiederholbarkeit, Neuheit und bisher fehlenden Öffentlichkeit.


Plan-Bilanz


Plan-GuV


Produktlebenstyklus
    Empirische Studien ergaben, daß Produkte von der Markteinführung bis zum Ausscheiden aus dem Markt vielfach typische Entwicklungsstadien durchlaufen (Produktlebenszyklus):
    • Einführung: zunächst langsames Umsatzwachstum, da Kunden von neuen Produkt erst überzeugt werden müssen, negativer Deckungsbeitrag/hohe Anlaufverluste aufgrund hoher Kosten für Markteinführung und Produktionsaufbau
    • Wachstum: steiler Umsatz- und Gewinnanstieg
    • Reife und Sättigung: Rückgang des Umsatzwachstums und des Gewinnanstiegs, Überschreiten des Gewinnmaximums, verschärfter Verdrängungswettbewerb und u. U. Preisverfall
    • Degeneration: Umsatz- und Gewinnrückgang, Ausscheiden des Produktes aus dem Markt


 
R back
Rechtsform
    Rechtliche Organisation bzw. rechtlicher Rahmen eines Unternehmens, durch den Teile der rechtlichen Beziehungen innerhalb des Betriebs und zur Unternehmensumwelt geregelt werden. In Deutschland besteht eine generelle Wahlfreiheit (Typenfreiheit) bezüglich der Rechtsform. Nur einige Betriebsarten (z.B. Hypothekenbanken, bestimmte Versicherungen, gemeinnützige Wohnungsunternehmen, Genossenschaften oder Kapitalgesellschaften) sind einem Formzwang unterstellt.


Rendite
    Rentabilität, Kennzahl zur Messung des Gewinns im Verhältnis zu einem bestimmten eingesetzten Vermögen bzw. Kapital. Indem der Gewinn zu verschiedenen Kapitalbeständen in Beziehung gesetzt wird, ergeben sich unterschiedliche Rentabilitätsgrößen. Wird der Gewinn in Beziehung zum Eigenkapital gesetzt, spricht man von Eigenkapitalrentabilität; wird er im Verhältnis zum Fremd - bzw. Gesamtkapital gemessen, von Fremdkapital- bzw. Gesamtkapitalrentabilität. Die Gewinngröße kann jedoch auch in Bezug zu einem anders abgegrenzten Kapital gemessen werden, z.B. zum betriebsnotwendigen Kapital.


 
S back
Schutzrecht


Substitutionskonkurrenz
    Unternehmen, die mit anderen technischen Lösungen die selben Bedürfnisse befriedigen bzw. Kundenprobleme lösen (z.B. Einsatz eines Lasers statt eines Skalpells bei Operationen). Von diesen Konkurrenten kann die Gefahr ausgehen, die etablierten Lösungen zu verdrängen, d.h. zu substituieren. Gerade High-Tech-Unternehmen sollten der Substitutionskonkurrenz eine besondere Aufmerksamkeit geschenken, da ihre Produkte oder Leistungen ständig mit innovativen Problemlösungen konfrontiert werden, die auf anderen technischen Lösungsprinzipien beruhen. Die Identifikation der Substitutionskonkurrenz erweist sich vielfach als problematisch, vor allem dann, wenn es sich um Wettbewerber aus anderen Branchen handelt.


 
W back
Wertschöpfungskette
    Die Wertschöpfungskette beschreibt die Stufen des betrieblichen Leistungserstellungsprozeß von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb bzw. zum Kunden.