Baustein 6:
Planung

6.2 Operative Normalplanung, 5-Jahres-Planung

Ideal ist es, wenn Sie die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens für die nächsten drei - oder besser fünf - Jahre planen. Bauen Sie die Planzahlen auf den tatsächlichen Unternehmenszahlen der letzten Geschäftsjahre auf. Achten Sie dabei besonders darauf, daß
  • sich Ihre Planungen aus den vorhergehenden Kapiteln Ihres Geschäftsplanes nachvollziehen lassen,
  • daß Ertrags- und Aufwandsstrukturen der vergangenen Jahre mit denen der Planzahlen vergleichbar sind. Ein Vergleich ist sonst für den Investor nicht möglich. Unterschiedliche Ansätze, z.B. in der Behandlung von Bilanzpositionen, sollten vereinheitlicht werden.

Grundsätzlich gilt, daß die kurzfristige Planung detaillierter als die längerfristige ist. Planen Sie deshalb das erste Planungsjahr monatsweise, die folgenden Jahre - je nach Möglichkeiten und Erfordernissen - quartalsweise, halbjährlich oder jährlich.

Wichtig bei der Darstellung ist die Logik, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit der Planung sowie der innere Zusammenhang mit den qualitativen Aussagen der bisherigen Ausführungen in Ihrem Businessplan. Auf jeden Fall sollten Sie die Planungszahlen ausreichend kommentieren und die zugrunde liegenden Annahmen erläutern.

Bedenken Sie, daß zu optimistische Planungen unglaubwürdig sind und einen negativen Eindruck hinterlassen. Besser ist es, konservativ und realistisch zu planen. Neben Ihrer "Normalplanung" sollten Sie auch ein pessimistisches Szenario entwerfen, aus der die zukünftige Unternehmens- und Liquiditätsentwicklung hervorgeht, wenn z.B. die Umsätze nicht in dem erwartetem Ausmaß einsetzen, die Kosten steigen, die Konjunktur sich abschwächt oder die Preise sich nicht durchsetzen lassen.

Die Planung setzt sich aus folgenden Teilen zusammen (siehe hierzu auch die Planungssoftware):
  • Umsatz-, und Ergebnisplanung (gesamtes Unternehmen und differenziert nach z.B. Kundengruppen oder Produktgruppen): Sie liefert einen Überblick über den zukünftigen Erfolg Ihrer Geschäftstätigkeit, d.h. wieviel am Ende eines Jahre "unter`m Strich übrigbleibt". Bilden Sie hierzu die Differenz aller Erträge und Aufwendungen eines Geschäftsjahres, und ermitteln Sie den Jahresüberschuß oder Jahresfehlbetrag. Sie erhalten damit einen Überblick über die Werteveränderungen, jedoch keinen verläßlichen Einblick über Ihre liquiden Mittel. Ihre finanzielle Situation läßt sich erst mit der Liquiditätsplanung ermitteln.
  • Personalplanung: Stellen Sie hier dar, welche Mitarbeiter mit welcher Qualifikation und welchem Gehalt Sie zu verschiedenen Zeitpunkten einstellen wollen. Beachten Sie, daß Sie die gesamten Personalkosten (einschließlich Lohnnebenkosten) berücksichtigen müssen.
  • Investitionsplanung. In diese Planung gehen die Güter ein, die Sie anschaffen wollen, um sie für Ihr Geschäft zu nutzen. Dazu zählen unter anderem Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Computer oder Software. Die zu berücksichtigenden Beträge umfassen den Anschaffungspreis ohne Mehrwertsteuer plus Nebenkosten (zum Beispiel für die Installation) abzüglich der gewährten Rabatte und Skonti.
  • Liquiditätsplanung. In der Liquiditätsplanung werden alle Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge nach Höhe und Zeitpunkt erfaßt. Liquide bleibt Ihr Unternehmen nur dann, wenn für jeden Zeitraum die Summe aus dem Anfangsbestand der liquiden Mittel und der Einzahlungen größer ist als die Summe der Auszahlungen. Für Zeiträume, in denen dies laut Planung nicht zutrifft, müssen Sie Kapital zuführen. Die Liquiditätsplanung sollte darüber hinaus eine ausreichende Sicherheitsreserve enthalten.
  • Kapitalbedarf und Mittelverwendung: Stellen Sie hier dar, welche Mitarbeiter mit welcher Qualifikation und welchem Gehalt Sie zu verschiedenen Zeitpunkten einstellen wollen. Beachten Sie, daß Sie die gesamten Personalkosten (einschließlich Lohnnebenkosten) berücksichtigen müssen.

Aus der Liquiditätsplanung geht hervor, wieviel Kapital Sie benötigen, d.h. wie hoch Ihr Kapitalbedarf für den Planungszeitraum ist.

Stellen Sie hier auch dar, wie der Kapitalbedarf gedeckt werden soll. Die DVC sieht es zwar als ihre Aufgabe an, für Sie ein optimales Finanzierungspaket zusammenzustellen, das neben Beteiligungskapital auch Fördergelder und Kredite beinhaltet. Sie sollten dennoch aufzeigen, wie Sie sich selbst eine Finanzierung vorstellen, welche Eigenmittel sie einsetzen können, welche Fördermittel Sie beantragt haben oder welche Kredite Ihnen zugesagt sind. Versuchen Sie auch abzuschätzen, wann welche Summen an Beteiligungskapital an Sie ausgezahlt werden sollten.

Im Zusammenhang mit Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen nutzen Beteiligungsgesellschaften häufig Förderprogramme, wie z.B. das BTU-Programm (Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen). Für die Antragsunterlagen benötigen sie deshalb Informationen über die Verwendung ihrer Mittel in Ihrem Unternehmen. Beschreiben Sie deshalb ausführlich, für welche Zwecke Sie das Beteiligungskapital verwenden wollen, z.B. zur Finanzierung:
  • von Forschung und Entwicklungsarbeiten
  • der Markteinführung
  • des Unternehmenswachstums

Schlüsseln Sie dabei auf, welche Beträge auf Investitionen und welche auf Personalkosten, die Vorfinanzierung von Aufträgen etc. entfallen.

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